© Kerstin Leusing/Manuel Moissonnier

Abenteuer Kolumbien – Zwei Lehrer in Bogotá

Vor einem halben Jahr meldete sich Kerstin mit einigen Fragen über Kolumbien bei uns. Sie und ihr Mann hatten 72 Stunden, sich für oder gegen einen Job in Bogotá zu entscheiden. Inzwischen sind sie in Kolumbien gelandet und haben uns einen ersten Erfahrungsbericht zugeschickt.

 
Wer mich noch nicht kennt, ich heiße Kerstin, komme ursprünglich aus dem schönen Münsterland und habe 2008 das Leben als Ausländerin für mich entdeckt. Von Europa ging es nach Afrika, von Afrika nach Asien und jetzt von Asien nach Südamerika. Im August 2015 startete nun ein neues Abenteuer. Nach zwei Jahren in Seoul, geht es schon wieder weiter, dieses Mal ans andere Ende der Welt. Für drei Jahre werden wir nach Bogotá gehen. Manu hat einen Job an der französischen Schule dort angenommen, ich einen an der Schweizer Schule. Eine neue Herausforderung, eine neue Kultur, eine neue Sprache. Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet. 

Die Ankunft in Bogotá

Inzwischen sind wir in Kolumbien angekommen. Zwar mit Verspätung, aber wir sind da. Bogotá. An einem Sonntagabend um 19.30 Uhr landeten wir am Flughafen El Dorado International in Bogotá. Alle Kontrollen verliefen ohne Probleme, das Gepäck ist ebenfalls heil angekommen und dann sind wir auch schon aus dem Flughafen raus auf dem Weg zum Taxi. Kleiner Zwischenstopp, um die ersten Pesos zu ziehen und dann suchen und finden wir ein Taxi.

Unser erster Eindruck von Bogotá: ganz schön groß aber auch ganz schön viel Platz. Es gibt zwar hohe Häuser aber längst nicht so dicht gedrängt und so überfüllt, wie in Seoul. Die erste Nacht (und die beiden anderen danach auch) war kurz – aufgrund der Zeitumstellung. Zum Glück erfuhr ich so aber rechtzeitig, dass ich am kommenden Morgen von einem Fahrer der Schule gegen 7:30 abgeholt werden sollte. Passt, denn ich wollte gegen 7 Uhr sonst ein Taxi nehmen. Am ersten Tag sollte ich mein Visum beantragen.
 
Als ich vom Amt für Visaangelegenheiten zurückkam, hatte ich noch die Gelegenheit, in den Genuss meines ersten echten, kolumbianischen Mittagessens (auch wenn es schon 15 Uhr war) zu kommen: Ajiaco de Bogotá (oder auch Ajiaco Santafereño). Das ist eine sämige Suppe, die meist aus drei Sorten Kartoffeln (Papa) besteht (so viel hatte ich auch von der Köchin verstanden). Zusätzlich kommt Huhn, Mais und Franzosenkraut in die Suppe. Und als absolutes Highlight: Kapern und Sahne. Dazu Reis und frische Avocado. Ich kann einfach nur empfehlen, das mal zu probieren. Wenn sich der säuerliche Geschmack der Kapern mit dem kräftigen Geschmack der Suppe und der Sahne vermischt, hmmmmmm, einfach lecker. 

Batalla de Boyacá – Die Parade

Und nachdem wir nun erst ein paar Tage hier sind, haben wir bereits so einiges erlebt: Jeden Sonntag findet hier in Bogotá die “Ciclovía” statt. Zwischen 7 Uhr und 14 Uhr werden dann einige große Hauptstraßen (insgesamt 121 km) für den Automobilverkehr gesperrt, damit Jogger, Radfahrer, Fußgänger und Skater sich ungestört vergnügen können. Diesmal kam die Festparade zur „Batalla de Boyacá“ hinzu. Diese Schlacht von Boyacá fand zwar schon am 7. August 1819 statt und wird als ein entscheidender Kampf zwischen Spaniens Truppen unter José María Barreiro und den Separatisten unter Simón Bolívar bei der Nationenwerdung Kolumbiens bezeichnet. Allerdings wird sie seither jedes Jahr groß gefeiert und eigens eine Parade dazu veranstaltet. Durch einen glücklichen Zufall sind wir am Sonntag, eine Woche nach unserer Ankunft, genau in diese Festparade geraten (ein Bild davon findet ihr oben). Genau so stelle ich mir auch den südamerikanischen Karneval vor, mit phantasievollen Kostümen und tollen Rhythmen – ein guter Start in unser neues Abenteuer in Kolumbien.

Mehr von Kerstin und Manu könnt ihr auf ihren Blogs nachlesen:

https://bogotajenta.wordpress.com/ (Kerstin)

https://bogotadesnouvellesdemanu.wordpress.com/ (Manu blogt auf französisch)