Bocadillo

Bocadillo – Kolumbiens Süßigkeit Nummer 1

Bocadillo ist eine traditionelle, kolumbianische Süßspeise, die aus Guave und Panela hergestellt wird. Besonderer Hingucker ist oft die Verpackung.

Vielleicht haben eigene von euch das Wort „Bocadillo“ bereits einmal im Spanienurlaub gehört. Dort ist Bocadillo eine Art belegtes Brot, so wie das Salami-Brötchen in Deutschland. Für uns Kolumbianer bedeutet Bocadillo jedoch etwas ganz anderes. Bei uns handelt es sich um eine traditionelle Süßigkeit, die aus dem Fruchtfleisch der roten Guave und aus Panela (hier erfahrt ihr, was Panela ist) besteht. Auch in Panama und in Venezuela wird Bocadillo übrigens gerne und wie in Kolumbien auch mit Käse zusammen auf einem Brot gegessen. Diese Kombination aus Süßem und Käse ist ein Fest für die kolumbianische Zunge. Für Europäer mag sich eine solch wilde Mischung zunächst recht ungewöhnlich anhören, aber man sollte das unbedingt einmal probieren. Leider ist es nicht ganz einfach, in Deutschland an Bocadillo zu kommen, weshalb ich mich immer auf die Reisen nach Kolumbien freue oder mir ein großes Paket von meiner Mutter mitbringen lasse, wenn sie nach Deutschland kommt.

Wie wird Bocadillo gemacht?

Das Fruchtfleisch der Guave wird zusammen mit Panela oder normalem Zucker lange auf niedriger Temperatur gekocht. Wichtig ist dabei, die Masse ständig umzurühren, bis sich ein dickflüssiger Brei ergibt. Bocadillo wird also ganz ähnlich wie eine Marmelade eingekocht. Danach wird die Masse in rechteckige Formen eingefüllt. Ist die Bocadillo-Masse abgekühlt, wird sie in Stücke geschnitten und traditionell in Bananenblätter bzw. Bijaoblätter eingepackt. Diese Päckchen werden wiederum in schöne Holzschachteln verpackt. Leider wird Bocadillo zunehmend auch in Plastik und Kartons verpackt – eine unschöne Begleiterscheinung unserer modernen Welt.

Bocadillo 2

Bocadillo veleño

Eine Variation ist Bocadillo veleño. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Bocadillo-Zubereitung aus Velez, einer kleinen Stadt im Departemento Santander, nördlich von Bogota gelegen, die für ihre Bocadillo-Produktion bekannt ist. Die Region hat ein mildes Klima und ist damit ideal für die Guavenbäume, die hier wachsen. Traditionell wird das Bocadillo veleño nicht nur mit roten Guaven gemacht, sondern es wird auch weiße Guave für die Ränder verwendet (siehe Bild).

Bocadillo als kolumbianisches Kultursymbol

Mittlerweile wird Bocadillo oft auch mit anderen Zutaten ergänzt. Zum Beispiel mit Arequipe (Karamell-Creme aus Milch und Zucker – die kolumbianische Nutella), Kokosnuss oder anderen süßen Zutaten. 2006 wurde das „Bocadillo veleño“ von der Zeitschrift Semana zum kolumbianischen Kultursymbol ernannt. Kein Wunder, ist Bocadillo doch unsere Süßigkeit Nummer 1.

 

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