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Carlos Vives – Wer braucht Salsa, wenn es Vallenato gibt

Wer ist der wahre kolumbianische Superstar? Shakira? Juanes? Weder noch! Für mich ist das definitiv Carlos Vives.

Carlos, (wie) lebst du?

Carlos Vives ist ein kolumbianischer Sänger und Schauspieler, der bereits seit Mitte der 80er in seinem Heimatland ein Star ist. Angefangen hat er als Darsteller in Telenovelas. Früh spielte er in einer Rockband und veröffentlichte zu Beginn drei kommerziell erfolglose Alben mit Balladen. 1991 übernahm Carlos Vives die Hauptrolle in einer Serie über den berühmten Vallenato-Sänger und -Komponisten Rafael Escalona. Dort sang er auch die Lieder. Die darauf folgenden Soundtracks hatten einen großen Erfolg und beeinflussten seinen weiteren Weg als Sänger. Von da an orientierte sich seine Musik stark an traditionellen kolumbianischen Rhythmen wie dem Vallenato. Bis heute kombiniert Carlos Vives typisch kolumbianische Klänge mit Rock- und Pop-Elementen. Diese Mischung macht’s. Die Lieder gehen sofort ins Ohr und anders als die Musik von Shakira und Juanes erzeugen sie ein Bild von Kolumbien in meinem Kopf. Wer sich u.a. für die Biographie von Carlos Vives interessiert, wird auf seiner Website sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch fündig.

Was ist Vallenato?

Elemente des Vallenato bereichern die Musik von Carlos Vives. Genauso wie bei der Cumbia handelt es sich beim Vallenato um einen Tanz- bzw. Musikstil, der in ganz Kolumbien verbreitet ist und der aus der Karibik-Region Kolumbiens stammt. Das Wort setzt sich zusammen aus „valle“ und „nato“, was so viel bedeutet wie „geboren im Tal“. Gemeint ist damit das Tal zwischen dem Pico Cristobal Colon und der Serrania del Perijá im Nordosten Kolumbiens. Oder aber die Stadt, aus der die Musikrichtung stammt: Valledupar. Ursprünglich überbrachten Bauern Neuigkeiten aus den Nachbarregionen begleitet von Vallenato-Klängen. Waren zu Beginn die Gaita, eine Art Flöte, die Guacharaca und die Caja, eine doppelköpfige Trommel, das Mittel der Wahl, so wurde das Repertoire an Instrumenten später erweitert. Typisch für den Vallenato ist heute auch das Akkordeon. Es geht auf einen europäischen Einfluss zurück. Gespielt wird es aber auf ganz eigene Art.

In dem Film „Los Viajes del Viento„, die Reisen des Windes, setzt Regisseur Ciro Guerra dem Vallenato ein Denkmal – für mich ein sehenswerter Film, der v.a. durch seine Musik besticht.

Musik wie ein Stück Heimat

Warum bin ich so begeistert von Carlos Vives’ Liedern und vom Vallenato? Abgesehen davon, dass mich die Klänge an Kolumbien erinnern und ich die Melodie der Lieder mag, liegt es wahrscheinlich am Akkordeon. Immerhin ist es das besondere Instrument im Vallenato und speziell in Carlos Vives‘ Musik. Außerdem kenne ich es seit meiner Kindheit. Es stellt sich sofort ein Gefühl von Heimat ein, wenn ich es höre und meine Verbindung zu Kolumbien ist da. Aus welchem deutschen Bundesland ich komme? Das tut nix zur Sache!

Die Lieder von Carlos Vives mögen Mainstream und im eigentlichen Sinn nicht (mehr) ursprünglich kolumbianisch sein. Für mich bilden sie aber eine sehr gelungene Mischung aus Traditionellem und „Populärem“. Hörenswert ist die Musik auf alle Fälle. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, findet auf Youtube eine Menge Material, aus dem ich eines meiner Lieblingsstücke nicht vorenthalten will. Als kleines Schmankerl zeigt das Video beeindruckende Bilder der Sierra Nevada de Santa Marta: