Die dicke Gertrudis – Boteros Geschenk an Cartagena

Der kolumbianische Künstler Fernando Botero hätte nie gedacht, dass sein Werk „Figura reclinada 92“ so wichtig für die Stadt Cartagena de Indias werden sollte.

Kommt man zum Plaza de Santo Domingo in Cartagena, hat man das historische Zentrum der schönsten Kolonialstadt an Kolumbiens Karibikküste erreicht. Straßencafés, Bars und Restaurants buhlen hier abends um Gäste. Sitzt man in einem solchen, kommen unzählige Straßenhändler und buhlen ihrerseits um Kunden. Ketten aus Korallen bieten sie an, Strohhüte gegen die karibische Sonne, Zigarren aus Kuba, Kühlschrankmagneten, Street Food und kleine Musikinstrumente. Beinahe nichts, was sie nicht in ihren kleinen Bauchläden hätten. Pferdekutschen fahren Touristen umher, andere flanieren zu Fuß durch die engen Gässchen des Zentrums und so herrscht permanent ein reges Treiben auf der Plaza.

Zur Straße hin dagegen, liegt eine Bronze-Skulptur, die sich an all dem nicht zu stören scheint. Es handelt sich um die 650 Kilogramm schwere „Liegende Figur 92“, die der kolumbianische Künstler Fernando Botero der „Karibikperle“ Cartagena de Indias im Jahr 2000 geschenkt hat. Natürlich ging dieser allzu fachliche Name für die sinnliche Skulptur den Bewohnern alsbald gegen den Strich und so heißt sie heute im Volksmund „Die dicke Gertrudis“.

Gertrudis ist aber nicht nur eine Skulptur, die man betrachten kann. Ihr ihr nackter Körper und ihre sinnlichen Kurven werden inzwischen schon als gutes Omen verehrt. Man sagt sogar, dass das Berühren ihrer Brüste Glück in der Liebe und eine langfristige Beziehung bringt. Gerade unter Cartagena-Touristen hat es sich ebenfalls eingebürgert, den Hintern der Skulptur zu tätscheln, schließlich verspricht dies angeblich auch, dass man irgendwann in die schöne Hafenstadt in der Karibik zurückkehren wird.

Botero, der für seine sinnlichen und immer dicken Skulpturen bekannt ist und diese auch in seinen Bildern unterbringt, findet diese Bräuche übrigens: „Gut, sehr gut sogar!“, wie er einmal in einem Interview mit dem kolumbianischen Radiosender RCN verriet. Das einzige Problem dabei: Die dicke Gertrudis musste bereits mehrmals neu gestrichen werden, weil die Körperteile, die die Leute berühren, immer wieder an Farbe verlieren und die nackte Gertrudis dann noch entblößter ist.

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