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James Rodriguez – Kolumbiens Hoffnungsträger und Symbolfigur

Wer ist dieser James Rodriguez? Das wird sich hierzulande manch einer zu Beginn der WM in Brasilien gefragt haben. Kurz darauf wurde er WM-Torschützenkönig und wechselte zu Real Madrid an die Seite von Superstar Christiano Ronaldo.

80 Millionen Euro betrug die Ablösesumme, die Real für ihn hinblätterte. Die sechs Tore bei der Fußball-WM hatten seinen Marktwert ordentlich nach oben geschraubt. Die Rede ist von Kolumbiens neuem Superstar und dem Sinnbild des Aufschwungs des kolumbianischen Fußballs, James Rodriguez. Erstmals hatte das fußballverrückte südamerikanische Land das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft erreicht, war dort nur unglücklich gegen Gastgeber Brasilien ausgeschieden. Ganz klar der Führungsspieler: James Rodriguez. Dabei war eigentlich Stürmerstar Radamel Falcao für diese Rolle vorgesehen. Falcaos Verletzung (er hatte im Januar 2014 einen Kreuzbandriss erlitten und wurde nicht rechtzeitig zur WM wieder fit), sollte jedoch zur großen Chance für den damals 23-Jährigen James werden, aus dessen Schatten herauszutreten. Dabei verstehen sich die beiden Superstars gut, gingen schon beim FC Porto und in der Saison 2013/14 auch beim französischen Erstligisten AS Monaco gemeinsam auf Torejagd.

Nicht zuletzt das von Fans zum schönsten Tor der WM gewählte 2:0 gegen Uruguay sorgte dafür, dass James inzwischen das erreicht hat, wovon wohl die meisten Fußballer ein Leben lang nur träumen können. An der Seite des Weltfußballers Ronaldo für Real Madrid aufzulaufen. Heute ist er der sechstteuerste Fußballer aller Zeiten, angefangen mit dem Fußballspielen hatte James in seiner Heimatstadt Cúcuta, wo er am 12. Juli 1991 geboren wurde.

Rekordmann James Rodriguez – Die Stationen

Seine Profikarriere begann James 2006 im Alter von 15 Jahren beim kolumbianischen Zweitligisten Envigado FC, mit dem er unmittelbar in die erste Liga aufstieg. Nach einer weiteren Station beim CA Banfield (Argentinien, 2008) wechselte er 2010 zum FC Porto nach Europa und wurde in der Folge dreimal Portugiesischer Meister, holte den Pokal, gewann 2011 die Europa League und wurde im gleichen Jahr auch kolumbianischer Nationalspieler. Nach einer Zwischenstation beim AS Monaco (45 Mio. Ablöse) wechselte er zu Beginn der Saison 2014/15 zu Real Madrid – und wurde damit zum teuersten kolumbianischen Spieler aller Zeiten. 80 Millionen Euro hatten die Madrilenen an Monaco überwiesen, um den WM-Torschützenkönig zu verpflichten. Er bekam die prestigeträchtige Trikot-Nummer 10, welches zum Verkaufsschlager wurde, und wurde mit einem Vertrag bis 2020 ausgestattet. Bereits kurz nach seiner Ankunft in Madrid konnte James Rodriguez seine Titelsammlung aufstocken, gewann den europäischen Super Cup und im Dezember 2014 die Klubweltmeisterschaft mit den Königlichen.

Dank seines Millionen-Vertrages stieg James nicht nur in seiner Heimat zu einem Superstar auf und auch privat scheint alles in Butter. So ist der Fußballer mit der Schwester seines Nationalmannschaftskollegen David Ospina verheiratet. 2013 kam mit Tochter Salome der erste Nachwuchs. Als James selbst noch ein kleiner Junge war, war Carlos „El Pibe“ Valderrama (re. im Bild) sein großes Vorbild. „Schon als Junge habe ich Carlos verehrt und wollte immer so sein wie er. Er war mein Held, und ich bin sehr stolz, seine Rückennummer 10 zu tragen“, gab James einst in einem Interview zu Protokoll. Und so wird James in seiner Heimat in Anlehnung an Valderrama auch „El Pibe nueva“ genannt.

Ungeachtet der Tatsache, welch steile Karriere James Rodriguez in den vergangenen 12 Monaten hingelegt hat, gilt er nach wie vor als äußerst bescheidener Mensch und erfreut sich auch deshalb großer Beliebtheit. Und auch Real Madrid tut ein Spieler wie er einer ist gut: Neben Exzentrikern wie Cristiano Ronaldo kann ein wenig Bodenständigkeit nicht schaden, zumal er die Erwartungen des Rekord-Champions League Siegers Real Madrid bisher erfüllen konnte.

Noch mehr ist James Rodriguez aber Hoffnungsträger der Fußballnation Kolumbien, die – vielleicht schon bei der diesjährigen Copa América – endlich wieder einmal einen Titel gewinnen möchte und Symbolfigur eines ganzen Landes, das sich seit einigen Jahren politisch, wirtschaftlich und touristisch im Aufschwung befindet.

In diesem Video blickt James Rodriguez auf die WM in Brasilien zurück

©Bild im Text: Tres de Corazon