Kolumbianische Köchin Leonor Espinosa für ihr Engagement geehrt

Der Basque Culinary World Prize wurde der kolumbianischen Küchenchefin Leonor Espinosa für ihr Funleo Projekt verliehen – einer Stiftung, die indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften hilft, gastronomische Traditionen zu erfassen, zu beschützen und zu fördern.

Bilder: ©Basque Culinary World Prize

Am 13. Dezember 2017 wurde der Basque Culinary World Prize 2017 an die kolumbianische Chefköchin Leonor Espinosa vergeben. Die festliche Preisverleihung fand im Tabakalera statt, dem internationalen Zentrum für zeitgenössische Kultur in San Sebastián.

Im Rahmen der feierlichen Preiszeremonie hielt die Preisträgerin Leonor Espinosa eine bewegende Rede, in der sie sagte:

„Mit dem Preis wird ein Traum wahr – für Gemeinschaften, für die ich über Jahre gekämpft habe, damit sie Anerkennung für die Wertigkeit ihrer Wurzeln und ihres Beitrags zur nationalen kulturellen Identität bekommen. Diese Anerkennung ist ein Weg, um das Schweigen zu brechen, das als Folge von bewaffneter Auseinandersetzung, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung entstand. Und für das Land bekräftigt dies, auf dem Wege dieses Versöhnungsprozesses, die Bedeutung der Gastronomie mit all ihren Arbeitsabläufen als wichtiges Instrument für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppen, die wahrhaft den Schlüssel tragen, um Wohlstand durch dieses Erbe zu schaffen.“

Der Preis wurde vom Basque Culinary Center und der baskischen Landesregierung (Gobierno Vasco) im Rahmen der Euskadi-Baskischen Länderstrategie geschaffen. Er zeichnet Köche aus, die einen weitreichenden positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben, indem sie Möglichkeiten schaffen, wie Gastronomie zu einer starken Kraft der Veränderung in Bereichen wie Innovation, Bildung, Umwelt, soziale und ökonomische Entwicklung und Gesundheit werden kann.

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Leonor Espinosa mit dem Jury-Vorsitzenden Joan Roca

 

In Anwesenheit von Politikern und namhaften Persönlichkeiten verlieh Arantxa Tapia, die baskische Sekretärin für wirtschaftliche Entwicklung und Infrastruktur, den Preis an die kolumbianische Chefköchin Leonor Espinosa für die Arbeit mit ihrer Stiftung Funleo, einer „Gastronomie für Entwicklung“-Stiftung, die zum Ziel hat, das überlieferte Wissen von Gemeinschaften wiederherzustellen und zu fördern, im Besonderen von indigenen und afrokolumbianischen Bevölkerungsgruppen. Dies geschieht durch die Förderung von Wachstum im ländlichen Raum mittels „Gebietshoheit von Nahrungsmitteln“, durch die Schaffung von Verkaufswegen für kleine Erzeuger und durch Stärkung von Bildung, Ernährungsweisen, Unternehmertum und Tourismus in abgelegenen Gegenden.

Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro wird Leonor Espinosas Funleo-Projekte unterstützen, unter anderem die Eröffnung eines Centro Integral de Gastronomía (Zentrum für Gastronomie) in Chocó. Es wird gastronomische Aus- und Weiterbildung als eine Ausweichlösung für das Handeln mit Drogen anbieten und Bewusstsein für gastronomische Vielfalt im Land schaffen, damit die lokalen Gemeinschaften ihr biologisches und kulturelles Erbe zur Gestaltung sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung nutzen können.

Leonor Espinosa wurde für den Basque Culinary World Prize aus zehn Finalisten als Gewinnerin auserkoren, von einer Jury, die unter dem Vorsitz von Joan Roca vom Restaurant El Celler de Can Roca (Spanien) eine Reihe der weltweit einflussreichsten Chefköche vereint, darunter Gastón Acurio (Peru), Michel Bras (Frankreich), Dominique Crenn (USA), Yoshihiro Narisawa (Japan) und Enrique Olvera (Mexiko). Zur Jury gehörten zudem Fachleute wie Laura Esquivel, die Autorin des Bestsellers Like Water for Chocolate, der baskische Schriftsteller Kirmen Uribe, die Rechtsexpertin Cristina Franchini, der Soziologe Matthew Goldfarb und María Fernanda di Giacobbe, die Gewinnerin des Basque Culinary World Prize 2016.