Tauchen in Kolumbien

Malpelo – Tauchen in Kolumbien

Von Kugelfisch bis Hammerhai, im Taucherparadies rund um die Insel Malpelo ist so ziemlich alles vertreten, was in der Unterwasserwelt Rang und Namen hat.

500 Kilometer vor der kolumbianischen Pazifik-Küste liegt das Weltnaturerbe Malpelo. Es gehört zu einem Meereskorridor, der auch die berühmten Galapagos-Inseln umfasst. Und so verheißungsvoll das bereits klingt, das Naturreservat im östlichen Pazifik hält Wort. Auf den ersten Blick eine Anhäufung karger und schroffer Felsinseln vulkanischen Ursprungs, muss man in Malpelo allerdings tiefer blicken, um die verborgenen Schätze zu finden.

Insgesamt rund 200 Fischarten, darunter so viele Haiarten wie nirgendwo sonst, aber auch Mantas und Meeresschildkröten versetzen die Taucher hier permanent ins Staunen. Nicht umsonst wird Malpelo als das Großfischrevier schlechthin bezeichnet. Die unglaubliche Artenvielfalt lockt massenweise Taucher an und macht Malpelo zu einem der meistbesuchten Tauchspots überhaupt im Pazifik. Neben der unbewohnten und 35 Hektar großen Hauptinsel Malpelo gehören 10 weitere kleine Archipele zum Schutzgebiet, welches 2006 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde. Ein Besuch ist auch deshalb nur mit Genehmigung des kolumbianischen Ministeriums für Ökologie möglich, man sollte aber ohnehin über eine Reiseagentur buchen, wenn man nach Malpelo möchte.

„Bunter“ Wasser – Farbenfrohe Unterwasserwelt

Die Unterwasserwelt Malpelos besteht aus intakten Korallenriffen mit schier endlosen Gorgonien-Wäldern, felsigen Vorsprüngen und Höhlen und steil abfallenden Hängen die schnell bis auf 4000 Meter Tiefe hinabreichen können. Aus dieser Tiefe werden wie durch einen Sog (Upwelling) Plankton und andere Kleinstlebewesen nach oben gezogen und bieten den vielen Arten hier optimale Bedingungen. Zusätzlich profitieren Krustentiere, Nadelfische, unendlich viele und kunterbunte Kleinstfische, riesige Schwärme von Kreolenfischen und nicht zuletzt der gelbe Kugelfisch sowie der gleichfarbige Anglerfisch im gut 20 Grad warmen Wasser von bis zu acht verschiedenen, nährstoffreichen Strömungen. Je nach Jahreszeit umspült ein anderer Strom die Insel Malpelo und sorgt so für ein abwechslungsreiches Tauchrevier, das seinesgleichen sucht.

Fische leben hier gewissermaßen wie im Schlaraffenland, was auch Raubtiere wie Kraken und Muränen anlockt, die sich hier nicht ausschließlich in Felsvorsprüngen verstecken, sondern auch tagsüber überwiegend frei schwimmend auf Beutejagd gehen. Ein Phänomen, das es man nur in der Umgebung von Malpelo findet, hier überwiegend um die südlichen Inseln Gringa und La Ferreteria herum.

Malpelo: Große Haie, kleine Fische

Um Malpelo wimmelt es nur so vor Fischen und es gibt so viel Nahrung, dass sogar die ganz großen Räuber der Meere hier mehr als heimisch wurden. Große Schulen von bis zu 300 Hammerhaien – die eigentlich Einzelgänger sind – fressen sich an den riesigen Fischwärmen satt und machen Malpelo zum Eldorado für Haitaucher. Nirgendwo sonst auf der Welt trifft man derart viele Haiarten auf so kleinem Raum an. Neben den bis zu sechs Meter langen Hammerhaien ziehen unter anderem Weißspitzen-Riffhaie, bis zu 200 Kilo schwere Bullenhaie, Sandtigerhaie, Seidenhaie und Galapagoshaie hier ihre majestätischen Bahnen.

Und wenn wir schon von Großfischen sprechen, darf natürlich auch der Walhai nicht unerwähnt bleiben. Auch er tummelt sich in den Gewässern um Malpelo. Wobei tummeln bei einer beeindruckenden Länge von bis zu 12 Metern hier wohl der falsche Ausdruck ist. Mit dieser Größe ist der Walhai nicht nur die größte Fischart unseres Planeten, als Planktonfresser ist er im Gegensatz zu vielen anderen Haiarten in Malpelo für den Menschen auch keine Bedrohung.

Wegen der vielen Haie ist die Gegend um Malpelo herum natürlich auch für erfahrene Taucher mit Vorsicht zu genießen und auch die Anreise mit dem Schiff dauert ihre Zeit. Das, was die Unterwasserwelt hier jedoch zu bieten hat, ist eine tolle Aufwandsentschädigung. Und wenn es während einem Tauchgang um Malpelo plötzlich dunkel über euch werden sollte, wundert euch nicht. Vielleicht ist es nur ein Schwarm von Millionen Makrelen oder eine Wolke aus tausenden Barrakudas (die auch nicht ganz ungefährlich sind), die die Wasseroberfläche über euch verdunkeln.

Copyright Karte: By Shadowxfox (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons