reise-nach-kolumbien.de

Radamel Falcao im Portrait

Radamel Falcao ist Kolumbiens große Hoffnung für die WM in Brasilien. Ob der Stürmer zur WM allerdings fit wird, steht derzeit noch in den Sternen. Dennoch wollen wir ihm ein Portrait widmen, schließlich hat Kolumbien mit Falcao seit langem wieder einen Weltklasse-Fußballer.

Radamel Falcao vom AS Monaco ist derzeit einer der begehrtesten Fußballer der Welt. Und das, obwohl er am 22. Januar einen Kreuzbandriss erlittenen hat. Internationale sowie nationale Titel hat er bereits reihenweise gewonnen. Dabei war der Stürmer stets eine der prägenden Figuren auf dem Platz. Sein Hattrick im Europäischen Supercup 2012 untermauert dies, führte er sein damaliges Team Athlético Madrid damit doch zu einem 4:1-Sieg über den Champions League-Gewinner FC Chelsea.

Nicht zuletzt wegen solcher Spiele genießt Falcao große Wertschätzung in seinem Heimatland Kolumbien. Mit neun Toren war er maßgeblich an der souveränen WM-Qualifikation der kolumbianischen Nationalmannschaft – der ersten seit 1998 – beteiligt und stürzte das Land in einen kollektiven Siegesrausch voller Vorfreude auf die WM. Das spiegelt sich auch auf den zahlreichen Plakaten (re.) wider, die im ganzen Land aufgehängt sind.

Im Januar dieses Jahres folgte dann ein Tiefschlag: Bei einem Spiel für seinen neuen Klub, den AS Monaco, zog sich Falcao einen Kreuzbandriss zu und bangt seither um die WM-Teilnahme. Kolumbiens Nationaltrainer, der Argentinier José Pékerman, glaubt allerdings noch an eine rechtzeitige Genesung seines Torjägers. Im vorläufigen Kader, der bis zum 14.5. 2014 bei der FIFA eingereicht werden musste, taucht Falcaos Name jedenfalls auf. Das ist kein Wunder, schließlich gilt Falcao doch neben James Rodriguez als der größte fußballerische Heilsbringer in Kolumbien seit Carlos Valderrama. Das ganze Land drückt die Daumen und hofft auf himmlischen Beistand. Ein Großteil der Bevölkerung betet für die Heilung des Knies ihres Wunderstürmers, nachdem einige Medien dazu aufgerufen hatten.

Die Karriere und Stationen Radamel Falcaos

Der in Santa Marta geborene Radamel Falcao García Zárate, wie er mit vollem Namen heißt, hat heute einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Bereits als 13-Jähriger spielte er in der zweiten kolumbianischen Liga, damals noch für Lanceros Fair Play. Anschließend lief er für die Jugend des kolumbianischen Rekordmeisters CD Los Millonarios aus Bogotá auf und wechselte mit 15 Jahren schließlich zu CA River Plate nach Buenos Aires (Argentinien). Nächste Station, seine erste in Europa, war der FC Porto. Dorthin war er 2009 gewechselt und gewann in seinen zwei Jahren in Portugal unter anderem die Meisterschaft. Viel schwerer wiegt natürlich der Gewinn der Europa League mit dem FC Porto 2011. Seit damals ist Falcao der Rekordtorschütze in diesem Wettbewerb. 17 Tore in 14 Spielen hatte er erzielt und seine Mannschaft quasi im Alleingang zum kleineren der beiden europäischen Vereins-Titel geschossen.

Diesen Titel wollte offenbar auch Atletico Madrid mal wieder gewinnen. Daher kauften sie Falcao 2011 aus seinem laufenden Vertrag beim FC Porto für knapp 50 Millionen Euro heraus. Die Investition lohnte sich, wurde Radamel Falcao in der kommenden Saison erneut Torschützenkönig der Europa League (12 Treffer in 15 Spielen) und trug im Finale mit zwei Toren maßgeblich zum Titelgewinn bei. Der folgende Supercup-Sieg gegen Chelsea war das Sahnehäubchen auf einer Saison, die er auch als dritter der spanischen Torjägerliste abgeschlossen hatte. Nur Lionel Messi und Cristiano Ronaldo hatten in dieser Saison mehr Tore erzielt – und das kann ja mal passieren.

Seit vergangenem Sommer läuft Falcao nun in der ersten französischen Liga für den AS Monaco auf. Durch die von Monaco gezahlte Ablösesumme von geschätzten 60 Millionen Euro gehört der Kolumbianer inzwischen zu den teuersten Fußballern aller Zeiten und sanierte damit auch gleich noch Atlético Madrid, die aktuell heißester Anwärter auf die spanische Meisterschaft sind.

Falcao in der Nationalmannschaft

Schon den Jugendabteilungen der Nationalmannschaft feierte Radamel Falcao Erfolge. So gewann er 2005 die Südamerikameisterschaft mit Kolumbiens U-20 Auswahl. Sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft absolvierte er als 20-Jähriger. Das war im Jahr 2007, als er gegen Uruguay debütierte. In seinen bisherigen 49 Partien im gelben Trikot Kolumbiens erzielte er 20 Tore.

Kein Wunder dass er, genau wie ganz Kolumbien, auf die WM in Brasilien brennt. Die WM 1998 in Frankreich war die letzte, an der Kolumbien teilgenommen hatte. Die gelungene Qualifikation in Barranquilla feierten zigtausende im Stadion und Millionen Kolumbianer am Fernseher. Gegen Chile lag Kolumbien zur Pause bereits 0:3 zurück, glich jedoch in der zweiten Halbzeit das Spiel binnen 15 Minuten aus. Falcao verwandelte zwei Elfmeter und stellte dadurch den 3:3 Endstand her, nachdem Teófilo Gutiérrez zuvor der 1:3 Anschlusstreffer gelungen war.

Verletzungen in der Karriere von Falcao

Ausgerechnet in der WM-Saison zog sich Radamel Falcao nun einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Der aktuelle Kreuzbandriss ist nicht die erste schwere Verletzung in der Karriere des 28-jährigen Stürmers. Bereits im Alter von 19 Jahren hatte er sich 2005 das Kreuzband gerissen. Damals stieg er zu früh wieder in das Training ein und riss sich das Kreuzband erneut. Insgesamt 11 Monate fiel Radamel Falcao dadurch aus. Schlechte Vorzeichen für eine WM-Teilnahme 2014, schließlich benötigt man bei einem optimalen Heilungsverlauf ohnehin schon etwa sechs Monate, um nach einem Kreuzbandriss wieder auflaufen zu können. Falcao blieben nach seinem aktuellen Kreuzbandriss bis zum WM-Beginn in Südamerika nur gut fünf Monate. Zwar verlief die Heilung seiner Verletzung bisher optimal, wie sein behandelnder Arzt Mitte April bestätigte, allerdings könnte die eigene Vergangenheit ihn auch bei diesem Kreuzbandriss wieder einholen, schließlich möchte Falcao unbedingt zur WM.

„El Tigre“ hat Torhunger

Seinen zweiten Vornamen Falcao trägt er übrigens, weil sein Vater glühender Anhänger des brasilianischen Fußballers Falcao war, der in den 1980er Jahren unter anderem beim As Rom gespielt hatte. Dieser Tatsache verdankt Falcao letztlich auch seinen Spitzname, „El Tigre“ (Der Tiger). Für die Fans seiner ersten Profistation, CA River Plate, war ein brasilianischer Name in ihrer argentinischen Elf natürlich ein Dorn im Auge, weshalb sie Falcao fortan nur noch El Tigre riefen.

Wie groß der Torhunger des Tigers ist, zeigt unsere zusammengefasste Torquote der vergangenen Jahre. In Portugal: 41 Tore in 51 Ligaspielen. In Spanien: 32 Treffer in 40 Primera-Division-Spielen. Europa League: 29 Tore in 29 Spielen. Champions League: 4 Treffer in 8 Spielen. WM-Quali 2014: 9 Tore in 13 Spielen.

Schade, wenn ein solcher Spieler wie Radamel Falcao bei der WM 2014 in Brasilien fehlen würde.

Unteres Bild im Text: ©By Amarhgil (Собственное фото) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons