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Raquira und Villa de Leyva – Ein Ausflug von Bogota

Etwa drei Autostunden von Bogotá entfernt warten auf der Hochebene Altiplano Cundiboyacense zwei Städtchen, die mit ihrem Charme nicht geizen. Das bunte Kunsthandwerksdorf Raquira und das Kolonialstädtchen Villa de Leyva.


Will man das Umland von Bogotá erkunden, bietet sich ein Ausflug in Richtung Villa de Leyva an. Auf dem Weg warten mit der beeindruckenden Salzkathedrale von Zipaquirá (wir berichteten), dem kleinen Städtchen Raquira und der Wüste La Candelaria einige Attraktionen, die man gesehen haben sollte.

Raquira – Bunte Häuser in der Wüste

Raquira gilt als die Hauptstadt Kolumbiens, wenn es um Töpferei geht. Hier oben, auf gut 2000 Metern Höhe, lebte früher der Stamm der Muisca und schon zu dessen Hochzeit, die bis zum Eintreffen der spanischen Eroberer andauerte, war Raquira aufgrund seiner großen Tonvorkommen bekannt für seine Keramikkunst. Heute macht sich das Örtchen seine Lage zu Nutze, da viele Touristen auf dem Weg von der Hauptstadt Bogotá nach Villa de Leyva hier Halt machen. So verbreiten die bunten Häuser, die die Hauptstraße und den Marktplatz säumen, gute Laune und die zahlreichen Läden versuchen, allerlei Kunsthandwerk aus der Region an die stetig wachsende Zahl der Kolumbien-Touristen zu bringen.

Da Raquira aber recht beschaulich ist, genügt ein kleiner Zwischenstopp samt kurzem Rundgang hier und die Reise in Richtung Villa de Leyva kann bald weitergehen. Nicht verpassen sollte man auf dem Weg dorthin, einen Abstecher in die kleine Wüste „Desierto de la Candelaria“ zu machen. In der kargen Region wurden unzählige Urzeitfunde gemacht, die zeigen, dass die gesamte Gegend hier einst unter dem Meeresspiegel lag. Zahlreiche dieser Fossilienfunde, darunter auch ein besonders beeindruckendes Exemplar eines Dinosauriers, sind das Herzstück des kleinen Museums „El Fosil“.

Villa de Leyva

Das 12.000-Einwohner-Städtchen Villa de Leyva lockt seine Besucher vor allem aufgrund der vielen Häuser im Kolonialstil und dem gemütlichen Dorfcharakter, den diese verbreiten. Die Häuser mit den kleinen, grünen Holzbalkons umranden auch den historischen Marktplatz Villa de Leyvas – einen der größten ganz Kolumbiens – der auch schon in einem Film mit Klaus Kinski (Cobra Verde) als Kulisse diente. Das Kopfsteinpflaster, die kleinen Cafés und die Straßenhunde, die wie überall in Kolumbien gemütlich herumliegen, tun ihr übriges zum gemütlichen Flair, das Villa de Leyva verströmt.

Die Umgebung: Berge und Wasserfälle

Wie vielseitig Kolumbien ist, zeigt sich auch bei diesem Ausflug. Rund um die beiden Städtchen ragen die grünen Ausläufer der Anden in die Höhe, umrahmen gewissermaßen auch die Wüste und ermöglichen dem einen oder anderen Fluss, zum echten Hingucker zu werden. So sind die Wasserfälle Cascadas de La Periquera, etwa 15 Kilometer von Villa de Leyva entfernt, einen weiteren Kurztrip wert.

Dauer des Trips: Zipaquirá, Raquira, Villa de Leyva

Zipaquirá ist das nächstgelegene Ziel von Bogotá aus. Diesen Trip kann man problemlos innerhalb eines Tages absolvieren und hat dabei genügend Zeit, die Salzkathedrale zu besichtigen.

Raquira und Villa de Leyva: Es ist möglich, diese beiden Orte innerhalb eines Tages kennenzulernen – sowohl mit dem öffentlichen Bus, als auch mit dem Auto. Gerade Raquira hat man schnell besichtigt und auch die Shopping-Tour durch die dortigen Kunsthandwerksläden dauert nicht allzu lange. So kommt man am gleichen Tag – nach einem möglichen kurzen Abstecher in die La Candelaria-Wüste und zum Museum El Fosil auch noch in Villa de Leyva an. Fasst man eine kurze Besichtigung der Kolonialstadt ins Auge, ist die Rückreise nach Bogotá noch am gleichen Tag möglich.

Insgesamt empfiehlt es sich aber, eine Nacht in Villa de Leyva zu verbringen, um die Wasserfälle und die Natur herum genießen zu können. Unsere Empfehlung daher: Morgens früh in Richtung Zipaquirá aufbrechen, die Salzkathedrale besichtigen und anschließend über Raquira weiter nach Villa de Leyva reisen und dort übernachten. Den folgenden Tag hat man dann zur Verfügung, um die Umgebung von Villa de Leyva zu erkunden.