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San Andrés – Mit dem Golfwagen durchs Paradies

Kolumbien ist das einzige Land Südamerikas, das sowohl über pazifische als auch atlantische Strände verfügt. Und genau dort, mitten in der Karibik, liegt die kolumbianische Trauminsel San Andrés. Wir sind mit einem Golf-Kart um die Insel getuckert.

San AndrésKokospalmen, Leguane, Traumstrände und Reggae-Rhythmen – Karibikfeeling pur auf San Andrés. Die kleine Insel im Karibischen Meer liegt zwar auf Höhe Nicaraguas, gehört aber zu Kolumbien. Die nur 12 Kilometer lange Insel bietet Postkartenflair vom Feinsten. Von der gleichnamigen Inselhauptstadt im Norden kann man gleich mehrere besondere Ausflüge starten. So verkehren jeden Morgen zahlreiche Boote, die die Hauptinsel mit den kleineren, umliegenden Archipelen verbinden. Diese sind zwar unbewohnt, aber auf die Besuche der Strandurlauber eingestellt. So wird man auf der Leguan-Insel Johnny Cay nicht nur von den zahlreichen Echsen, sondern auch von heißen Reggae-Rhythmen begrüßt und hat alsbald – wenn man denn möchte – einen hochprozentigen Cocktail in der Hand. Der so genannte Coco Loco, die verrückte Kokosnuss, wird stilecht in einer frischen Kokosnuss serviert, nachdem er in einer der kleinen Strandhütten zubereitet wurde. Zu essen gibt es Fisch, frittiert, mit Kokosreis und Kochbananen dazu. Und während die Einheimischen Hüte aus den Palmwedeln flechten, aus Muscheln kleine Armbänder herstellen oder einfach nur in der Hängematte zwischen zwei Palmen abhängen, ist man hier nun endgültig im Paradies angekommen und wünscht sich, diese Momente für immer konservieren zu können.

 

Das Meer der sieben Farben

Das Meer hat hier sieben Farben, sagen die Einheimischen. Mindestens, sage ich. Die verschiedenen Abstufungen der traumhaften Farbtöne des flachen Wassers ringsum San Andrés zahlenmäßig zu beschränken, grenzt nämlich beinahe schon an Untertreibung. Doch das warme Wasser kommt nicht nur bei den vergleichsweise wenigen und überwiegend kolumbianischen Touristen gut an. Nachmittags suchen zahlreiche Manta-Rochen die Nähe zu den Stränden, ein Rendezvous mit ihnen im seichten Wasser ist vor allem rund um die kleineren Archipele wie Johnny Cay, Haines Cay oder Rocky Cay kaum zu vermeiden.

Was man sich auf San Andrés aber auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte, ist, die Insel mit einem der zahlreichen Golf-Karts zu umrunden. Zwar gibt es auch eine Buslinie, die die Insel entlang der Küstenstraße abfährt, allerdings ist man mit dem Golf-Kart wesentlich unabhängiger und kann die Zwischenstopps und sein eigenes Tempo wählen. Dass dieses bei einem solchen Gefährt nicht sonderlich hoch ausfällt, ist wiederum kein Problem – ganz im Gegenteil. San Andrés besucht man, um zu genießen, um zu entschleunigen, um möglichst viel vom dortigen Lebensgefühl aufzusaugen und um davon womöglich sogar etwas in den stressigen Alltag in der Heimat herüberzuretten. Was könnte es also besseres geben, als die Insel mit diesem knatternden Gefährt zu erkunden. Ein wenig Entdeckergeist bekommt man so noch obendrauf. Dabei sollte man aber die Anbieter dieser Mietwagen vergleichen. Wie überall (gilt auch bei den Boots-Ausflügen) lohnt sich hier der Preisvergleich, auch wenn die Preise insgesamt natürlich wesentlich günstiger sind, als auf europäischen oder bekannteren karibischen Urlaubsinseln.

Strände in San Andrés

Die 26 Kilometer lange Strecke um die Insel schafft man ohne Eile an einem Tag. So tuckert man gemütlich mit dem Golfwagen auf der Küstenstraße entlang, kann den warmen Fahrtwind genießen und hat ausreichend Zeit, die Sehenswürdigkeiten und Strände sowie die farbenfrohen Holzhäuser im Süden der Insel zu erkunden. Die meisten der Strände liegen dabei – neben jenen der Inselhauptstadt – im Westen der Insel. Der östliche Meeresanschluss hingegen ist zumeist von schroffem Vulkangestein geprägt. Als Reiseroute um die Insel bietet sich der Start über die Westküste der Insel an. Mit einem Plan der Insel, die von der Form her ein wenig an ein Seepferdchen erinnert, entdeckt man schnell, wo sich ein Stopp lohnt. Doch auch ohne Plan findet man immer wieder neue Flecken, an denen man das Golf-Kart einfach mal am Straßenrand parken möchte. Sei es, um einen Abstecher in die Mangroven-Lagune Muelle zu machen, um die kleine Kirche in San Luis zu besichtigen, oder aber, um die verschiedenen Strände der Insel kennenzulernen. So gibt es immer wieder Strandabschnitte, die durch kleine, vorgelagerte Korallenriffe wie ein natürliches Aquarium erscheinen und unzähligen bunten Fischen eine seichte Heimat bieten. Hier lohnt es sich, die Schwimmbrille auszupacken und einfach mal abzutauchen.

Hoyo Soplador auf San Andrés

Ein echtes Highlight wartet an der Südspitze der Insel: Das Hoyo Soplador, das blasende Loch. Die Kraft des Ozeans hat sich hier eine unterirdische Schneise ins Vulkangestein geschlagen, an deren Ende eine natürliche Öffnung nach oben entstanden ist, die wie ein Geysir Wasser spuckt. Sofern Wind und Wellengang stark genug sind, spuckt das Loch das Wasser hier bis zu 20 Meter in die Höhe. Einen gewissen Luftzug spürt man aber auch bei seichtem Wasser.

La Piscinita

Das nächste Highlight der „Tour de San Andrés“ wartet schon nach wenigen, weiteren Kilometern an der Ostküste. La Piscinita ist eine winzige Bucht mitten im Vulkangestein, geradeso wie ein kleines natürliches Schwimmbad. Gegen einen geringen Eintrittspreis erhält man hier zusätzlich noch etwas Brot, um Fische anzulocken, die sich hier rund um die Insel tummeln. So werden die Schwimmbrille und die Unterwasserkamera hier zu den am häufigsten genutzten Utensilien.

Die Insel San Andrés

Das kleine Paradies wurde einst von Kolumbus entdeckt, die ersten Siedler aber waren im 16. Jahrhundert Holländer. Es folgten Engländer und Iren und mindestens ein Waliser: Einer der berühmtesten Ankömmlinge auf San Andrés war der wallisische Pirat Henry Morgan, der die Insel im 17. Jahrhundert als Versteck für seine Schätze nutzte. Seine Höhle und das zugehörige Piraten-Museum ist im Übrigen die nächste Station entlang der östlichen Inselseite. Die historische und kulturelle Mischung macht San Andrés zu einem Ort, an dem sich verschiedenste Einflüsse bis heute vereinen. Die Inselbewohner, Nachfahren von Afrikanern und Engländern, bewahren Traditionen und ihre Sprache wie einen Schatz. So wird auf San Andrés hauptsächlich Kreolisch gesprochen, eine Mischung aus Englisch, Spanisch und afrikanischen Dialekten. Für Besucher der Insel stellt das aber kein Problem dar, denn auch Spanisch und Englisch sind neben dem Kreolisch Amtssprache auf San Andrés. Hat man Captain Morgans Höhle dann passiert, bietet sich ein kleiner Abstecher ins Inselinnere an. Dort wartet mit dem Big Pond ein Süßwasserteich in dem auch einige kleinere Krokodile leben.

Abends, nach der Insel-Umrundung, versammelt man sich an der langgestreckten Strandpromenade der Inselhauptstadt. Dort warten Restaurants, Cafés, Bars und kleine Geschäfte auf ihre Gäste. Natürlich gibt es hier auch jede Menge Straßenhändler, die ihre Waren an den Mann bringen möchten. Zum Beispiel die am Nachmittag auf Johnny Cay geflochtenen Hüte, Muschel- und Korallenketten, Kokosnüsse und andere Produkte, die die Insel sonst noch so hergibt. Solche fliegenden Straßen- und Strandhändler können zuweilen ja recht aufdringlich sein, auf San Andrés jedoch sind sie nicht so hartnäckig und fordernd wie zum Beispiel in der kolumbianischen Karibik-Metropole Cartagena. Dem Anschein nach hat das gemütliche Inselfeeling auch auf sie einen guten Einfluss. Und wer frisurentechnisch nachhelfen möchte, dem wird auf San Andrés selbstverständlich auch geholfen. Die zahlreichen Flechterinnen am Strand verschönern nämlich nicht nur die Hunde hier:

San Andrés

Weitere Infos zur Golfwagen-Tour auf San Andrés

Ein Golf-Kart zu mieten, kostet zwischen 60.000 und 80.000 kolumbianischen Pesos. Man benötigt jedoch einen Führerschein, um das Gefährt zu mieten. Einmal losgefahren, kann man den Wagen immer wieder problemlos am Straßenrand parken. Den Insel-Plan mit den Sehenswürdigkeiten auf San Andrés bekommt man vom Vermieter der Golf-Karts mitgegeben.