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Street Food in Kolumbien

Auf Kolumbiens Straßen wimmelt es nur so von mobilen Street Food-Verkäufern, die aus der Not eine Tugend machen. Von einfachen Maiskolben bis hin zu Tamales verkaufen sie beinahe alles auf ihren kreativen Umbauten.

Street Food findet man nicht nur in Metropolen wie New York City oder Bangkok zu Hauf. Auch in Kolumbien und dabei egal ob in der Hauptstadt Bogotá, in der Stadt des ewigen Frühlings, Medellín, oder in der Karibikperle Cartagena gibt es unzählige und vor allem extrem kreative Street Food-Stände. Vom Verkauf aus einem einfachen Kochtopf über Fahrräder mit Grill bis hin zu umgebauten Mopeds, von denen Essen verkauft wird, ist alles dabei.

Klar, in Kolumbien gibt es keine voll ausgestatteten Food Trucks wie in New York, die vom Falafel über Burger bis hin zur Ramen Suppe alles Mögliche verkaufen, aber die Not macht hier oft erfinderisch. So werden auf den Straßen Bogotás Tamales schon mal direkt aus dem großen Kochtopf verkauft oder der private Grill an eine Ampel gestellt, um Maiskoben darauf zu grillen. Alles nur, um sich ein paar Pesos dazuzuverdienen – schließlich kontrolliert hier keiner die Stände oder fragt gar nach einer Lizenz. Im Gegenteil, erfreuen sich doch auch die vielen Polizeikräfte an dem günstigen Street Food auf Kolumbiens Straßen. Und wenn dann außer der Polizei einmal ein berühmter Kunde wie Mick Jagger zu Gast war, wird das geschickt für kleine Marketingeinlagen genutzt. So brüsten sich sämtliche Oplaten-Stände in einer Straße in Bogotás Altstadtviertel La Candelaria damit, dass Mick Jagger eine ihrer mit allerlei Süßem belegte Oblate gegessen hat. Ein Video davon kursiert sogar im Netz.

oplaten

Auffällig ist auch die Menge an frittiertem, was auf Kolumbiens Straßen angeboten wird. So finden wir direkt neben Mick Jaggers Oblaten einen Stand mit Churros und frittierten Kochbananen. Allseits beliebt sind auch die frittierten Käsebällchen Buñuelos oder aus Maniok gebackenes Pan de Yuca. Von den Nationalgerichten Empanadas und Arepas, die mit allerlei gefüllt werden, mal ganz abgesehen, dominieren ansonsten auch Obst und Gemüse – auch als Chips. So findet man neben den für unsereinen exotischen und leckeren, weil reifen Früchten immer auch frisches Gemüse und riesige Avocados, die sich die Händler früh morgens auf dem Markt besorgen und dann an ihrem Standplatz verkaufen.

Strand Food in der Karibik

Was das Obst angeht, so dient dieses in Kombination mit bunt gekleideten Verkäuferinnen auch als beliebtes Fotomotiv unter der Karibiksonne. Vor allem in der historischen Kolonialstadt Cartagena am Atlantik läuft das Geschäft mit den Fotos sogar besser als mit dem Obst selbst. Überhaupt wimmelt die Stadt nur so vor fliegenden Händlern, die zuweilen schon einmal lästig werden können, denn nicht immer haben sie frische Kokosnüsse zum Essen und Trinken im Gepäck. Spätestens nach dem vierten Armbandhändler und dem fünften Zigarettenbauchladen wünscht man sich die Ruhe eines karibischen Strandes herbei.

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Wie Street Food zum Beispiel an einem Strand der nahe gelegenen Islas del Rosario aussieht, zeigt das Beispiel von Mello, der Urlaubern dort frisch gefangene Langusten und Krebse anbietet und sie direkt hinter seiner Strandhütte zubereitet. Gegrilltes Fleisch findet man hingegen überall in Kolumbien. Das berühmte carne asada wird zumeist am offenen Feuer, oft aber auch an den abenteuerlichsten Vehikeln zubereitet. So manch ein Street Food-Händler schweißt sich nämlich direkt einen Grill aufs Fahrrad und heizt beim Fahren die Kohlen an, um an Ort und Stelle direkt losgrillen zu können.

moped

Was man auf Kolumbiens Straßen probieren sollte

Zum Pflichtprogramm gehören natürlich Empanadas, Tamales und Arepas. Jede kolumbianische Region hat hierbei eigene Traditionen und spezielle Zubereitungsarten. Auch das Grillfleisch ist oft gut gewürzt und lecker. Eine frische Limonade aus Limetten dazu und fertig ist ein kolumbianisches Street Food-Erlebnis vom Feinsten. Auf jeden Fall sollte man aber auch das Obst probieren, da es wesentlich reifer geerntet ist, als das was nach Deutschland geliefert bekommen und teilweise hierzulande auch gänzlich unbekannt ist.

Lasst es euch also schmecken auf Kolumbiens Straßen:

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Fleisch – Mitten in Bogotá

churros

Churros in Bogotá

bunuelos

Buñuelos

kaese

In Blättern verpackt: Käse – bei dem weißen Pulver handelt es sich übrigens um Maismehl

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Häufiges Motiv auf den Straßen Cartagenas

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Der kleine Maisgrill in Bogotá

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Limonadenverkäufer vor dem berühmten Cafe Havana in Cartagena

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Im historischen Zentrum von Cartagena gibt es unzählige Händler – zum Beispiel mit frischen Kokosnüssen

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pferd

In Guatapé in der Nähe Medellíns erfreuen sich sogar Pferde an gutem Street Food 😉

mamoncillos

Exotisch: Mamoncillos (re) auf der Straße

2 Gedanken zu “Street Food in Kolumbien

  1. Hallo Derk!
    Danke für den super schönen Beitrag, die Bilder lassen einem sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen! Wer bereits durch Asien gereist ist, weiß, dass Streetfood zwar meist sehr lecker ist, man aber doch einiges beachten muss, um den europäischen Magen nicht zu verstimmen und wertvolle Urlaubstage im Hotel verbringen zu müssen. Deshalb würde mich auch interessieren, auf was ich bei meiner anstehenden Kolumbienreise achten sollte, was das Streetfood angeht.

    Liebe Grüße,
    Alexandra

    1. Hallo Alexandra,
      ich würde sagen, auf das gleiche wie in Asien. Andere Besonderheiten erkenne ich jetzt keine. Viel Frittiertes, nicht immer den Vorschriften der deutschen Ordnungsämtern entsprechend, aber genau das macht es ja aus.
      Dir auf jeden Fall viel Spaß auf Deiner Reise!
      Derk

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