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Tayrona Nationalpark – Der Park der Kolumbianer

Wenn es so etwas wie das Paradies gibt, dann könnte der Tayrona Nationalpark an Kolumbiens Atlantikküste dafür Modell gestanden haben. Hier trifft der Regenwald auf die Karibik.

Wahrhaft paradiesisch ist das, was man an etwa 35 Küstenkilometern in der Nähe der Stadt Santa Marta im Norden Kolumbiens erleben kann. Dort nämlich liegt der Tayrona Nationalpark, eine Oase natürlicher Schönheit. Bilderbuch-Strände und Kokospalmen, eingerahmt vom karibischen Meer und der Sierra Nevada de Santa Marta im Hinterland. Noch dazu ist hier alles weitestgehend naturbelassen. Benannt ist der Nationalpark nach den Tayrona-Indianern. Deren Steinfundamente und Ruinen (rechts) sind beispielsweise im bekannten Trekking-Ziel Ciudad Perdida (die verlorene Stadt) noch heute zu bewundern.

Was man im Tayrona Nationalpark unbedingt sehen sollte

Wer nur für einen Tag vor Ort ist, dem sei der wunderschöne Strand La Piscina empfohlen. Die für diesen Küstenanschnitt typischen, runden Felsen, die an riesige Kokosnüsse erinnern, rahmen die malerische Bucht ein. Darüber hinaus ist La Piscina einer der wenigen Strände, an denen man hier überhaupt Baden darf. An zahlreichen anderen Stränden herrschen unberechenbare und gefährliche Strömungen, weshalb das Baden dort häufig verboten ist.

Wer das große Glück hat, mehr Zeit im Tayrona Nationalpark verbringen zu können, der sollte auch eine mehrtägige, geführte Trekking-Tour durch den Urwald der Sierra Nevada zu den Ruinen der Ciudad Perdida in Betracht ziehen. Sie wurde zwischen dem 11. und 16 Jahrhundert von den Tayrona errichtet und erst 1975 wieder entdeckt. Bei dieser Tour kann man auch die besondere Artenvielfalt dieses Naturreservats bewundern, die es auch zu einem spannenden Reiseziel für Natur- und Abenteuerliebhaber macht.

Sinnbild für die Vielfalt Kolumbiens

Neun verschiedene Klima- und Vegetationszonen hat der Park und reicht von Meereshöhe bis hinauf auf 3.000 Meter Höhe. Bei guter Sicht kann man von Pueblito, einem kleinen Dorf, das von Kogui-Indianern bewohnt wird, sogar die noch höheren und schneebedeckten Gipfel im Hinterland bewundern – mitten aus dem Urwald. Überhaupt ist der Park ein Sinnbild für die Vielfalt Kolumbiens. Von Schlangen, Echsen und Krokodilen über bunte Vögel bis hin zu Brüllaffen ist hier fast alles heimisch, was man im Dschungel erwartet.

Anreise, Camping und andere Unterkünfte im Tayrona Nationalpark

Das kleine Touristenörtchen Taganga – vor allem bei Rucksacktouristen und Tauchern beliebt – im Westen und der Rio Piedras im Osten grenzen das Gebiet des Parkes ein. Der Tayrona Nationalpark ist gewissermaßen in zwei Bereiche aufgeteilt. Im Osten liegt der Bereich mit den Campingzonen (ein Campingplatz befindet sich am Strand Arrecifes und der andere am Strand El Cabo de San Juan) und auch einige wenige Restaurants. Weiter westlich hingegen der Bereich, der sich besonders gut für die Tagesausflügler eignet, da er in der Nähe der Stadt Santa Marta liegt.

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Von Santa Marta aus fahren den ganzen Tag über Busse bis zum Haupteingang des Nationalparks und zurück. Der Eintritt in den Park kostet etwa 40.000 COP, was derzeit gut 11 Euro entspricht. Im Park selbst bewegt man sich überwiegend zu Fuß fort, jedoch sollte man vom Haupteingang zunächst noch die günstige Taxifahrt mit einem Minivan nach Canaveral in Anspruch nehmen. Andernfalls warten sechs Kilometer Fußmarsch über die einzige asphaltierte Straße hier, bis es nur noch durch den Regenwald zu den Campingplätzen weitergeht. Dort schläft man entweder im Zelt oder aber unter einem Dach in Hängematten. Zusätzlich kann man bei den Campingplätzen auch ganz einfache Hütten buchen, sofern man ein wenig mehr zahlt. Die Preise sind hier natürlich ohnehin wesentlich höher als im Rest Kolumbiens. Das gilt auch für die idyllischen Hotel-Bungalows aus Naturmaterialien in den Bergen. Die sogenannten Ecohabs bieten dafür einiges an Komfort und den Blick aufs blaue Meer obendrein.

Massentourismus, riesige Hotelbauten und für viele Ferienorte typische Freizeitangebote gibt es hier zum Glück keine. Und das wird wohl auch so bleiben, wenn man dem Schild am Eingang des Tayrona Nationalparks Glauben schenken darf: „Dieser Park gehört den Kolumbianern. Allen, die schon verstorben sind, allen die gerade leben und den vielen, die noch geboren werden.“

Tayrona