Von Kolumbien nach Europa – Kaffee-Genuss rund um die Welt

Was gibt es besseres als mit einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee in den Tag zu starten? Zumindest was die morgendlich Routine angeht, für viele Menschen nicht viel. Ein guter Teil des hier konsumierten Kaffees stammt aus Kolumbien. 

Und so genießt jeder Deutsche pro Tag durchschnittlich 0,41l des schwarzen Goldes – noch mehr als Bier oder Mineralwasser. Wenn die braune Bohne hierzulande in den Supermarkt kommt, hat sie immer schon einen weiten Weg hinter sich, da ein Großteil des im Handel erhältlichen Kaffee aus Kolumbien stammt, welches eines der größten und traditionsreichsten Kaffeeanbauländer der Welt ist.

Kaffeeland Kolumbien

Bereits im Jahre 1723 wurde Arabica Kaffee von den Jesuiten nach Kolumbien gebracht, welcher aufgrund seiner guten Anbaubedingungen bis heute ausschließlich angepflanzt wird. Schon früh kümmerte sich das Land im Norden Südamerikas um die Vermarktung seines Kaffees. Der Erfolg trägt das Gesicht des fiktiven Charakters Juan Valdez, welcher jedem, der schon mal eine Packung Café de Colombia in den Händen gehalten hat, ein Begriff sein sollte.

Neben Brasilien was Kolumbien in den 90er Jahren weltweit zweitgrößter Exporteur, musste sich jedoch mittlerweile aufgrund rückläufiger Produktion zwischen 2008 und 2012 auf Platz drei hinter Brasilien und Vietnam einreihen. Der Rückgang der Produktion hing dabei unmittelbar mit Kaffeerost, einem Pilz, der die Kaffeepflanzen befällt und einem allgemeinen, vermutlich durch den Klimawandel ausgelösten, Produktionsrückgang zusammen. Seit 2013 steigen die Exporte allerdings wieder spürbar an und es wird davon ausgegangen, dass Kaffee momentan die Haupteinnahmequelle von mehr als 500.000 Kolumbianern darstellt. Aufgrund der geographischen und klimatischen Gegebenheiten Kolumbiens, existieren unterschiedlich Kaffeeernte-Zonen mit höchst unterschiedlichen Geschmacks-Charakteristika. Insgesamt gibt es 32 Departemente bzw. Verwaltungsgebiete, die für den Kaffeeanbau genutzt werden und je nach ihren individuellen klimatischen Bedingen pro Jahr bis zu drei Ernten ermöglichen. Das heißt, dass es prinzipiell möglich ist, in Kolumbien ganzjährig Kaffee zu ernten.

Fairtrade Kaffee von den Ureinwohnern Kolumbiens

In der Sierra Nevada de Santa Marta, am nördlichsten Zipfel Kolumbiens, leben mitten im Regenwald rund 18.000 Kogi – die Ureinwohner Kolumbiens. Zurückgezogen und weit ab von der restlichen Zivilisation unterhält der Stamm kaum Kontakte zur restlichen Bevölkerung und hat doch doch alles was sie zum Überleben brauchen und ein Produkt, welches in der Rest der Welt gefragt ist, nämlich Kaffee. Rund 1600 Familien sind mit der Pflege der bis zu 40 Jahre alten Kaffeebäume beschäftigt. Dabei verwenden sie weder Pestizide, noch Dünger und vertrauen in den seltenen Fällen des Schädlingsbefalls lieber auf ein Gebet.

Im Jahr 2014 startete der Kölner Unternehmer Oliver Driver mit seiner neue gegründeten Urwaldkaffee GmbH eine Crowdfunding-Kampagne über das Portal Startnext, um den Kaffee der Kogi auch nach Deutschland zu bringen. Er kaufte 18 Tonnen des Kaffees, für nach eigenen Aussagen 5,20 Euro pro Kilo, was weit über den eigentlichen Standards für Fairtrade-Siegel liegt. Erhältlich war der Kaffee für 7,95 über Startnext, an dessen Gewinn die Kogi mit weiteren 20% beteiligt werden sollten. Das Geld sollten den Kogi dabei helfen, Land zurückzukaufen, welches ihnen zu Unrecht vor vier Jahrhunderten entzogen wurde.

Kaffeegenuss auf Kolumbianisch

Die traditionelle Art kolumbianischen Kaffee zu genießen ist mit einem sogenannten „tinto“. Dieser kleine, milde, schwarze Kaffee wird, egal ob mit oder ohne Zucker, gerne und überall getrunken. Mit Milch serviert trägt er den Namen „périco“ und mit einem höheren Milchanteil wird er als „pintado“ oder „café con leche“, vergleichbar mit dem deutschen Milchkaffee, bestellt. Kolumbianer geben allerdings selbst zu, dass der qualitativ hochwertigste Kaffee für den Export bestimmt ist und im Land selbst nur die Reste verfügbar sind.

Die ganze Palette der Kaffeezubereitung

Egal aus welchem Land der Kaffee nun kommen mag, lässt er sich auf vielfältige Weise zubereiten, wodurch sich je nach Art der Kaffeezubereitung ein jeweils unterschiedliches Aroma entfaltet.

Frenchpress: Bei einer Frenchpress wird der Kaffee in einem Behälter zunächst mit Wasser übergossen und dann mit einem Sieb an den Boden des Gefäßes gedrückt. Hierfür eignet sich grob gemahlener Kaffee, damit möglichst wenig Kaffeesatz beim ausgießen mitkommt. Der Kaffee schmeckt aromatisch und kräftig.

Siebträgermaschine: In jedem guten Café kommt der Kaffee aus einer Siebträgermaschine. Hierbei wird der Kaffee zunächst auf einem Sieb fest angedrückt, welches dann in der Maschine angebracht und mit hohem Druck aufgebrüht wird. Solch große Siebträgermaschinen, wie sie beim ausgebildeten Barista zu sehen sind, können biszu mehreren tausend Euro kosten. Es gibt allerdings auch kleine Maschinen für zu Hause.

Filterkaffee: Entweder aus der Kaffeemaschine oder mit einem Handfilter aufgebrüht, ist das sicherlich die Art von Kaffee, die Oma zum Kuchen servieren würde. Die Zubereitung ist simpel und der Filter sorgt dafür, dass kein Kaffeesatz in die Tasse kommt und beschert einen klaren Geschmack. Filterkaffee ist nach wie vor in Deutschland die am weitesten verbreitete Art Kaffee zu genießen.

Kaffeevollautomat: Der Allrounder unter den Kaffeemaschinen! Entweder mit einem Wassertank ausgestattet oder direkt an die Wasserleitung angeschlossen, wird der Kaffeeautomat mit Bohnen befüllt, die durch Knopfdruck gemahlen und direkt auf die gewünschte Art zubereitet werden.

Herdkanne: Vom Prinzip her funktioniert eine Herdkanne ähnlich wie eine Siebträgermaschine – bloß in umgekehrter Richtung. Das Wasser wird in dem kleinen Tank auf dem Herd zum Kochen gebracht und drückt sich durch ein darüber liegendes mit Kaffeepulver gefülltes Sieb. Diese Art der Zubereitung eignet sich nicht für große Mengen.

Padmaschine: Kaffeepad rein. Knopf drücken. Kaffee genießen. Einfacher kann Kaffee trinken kaum sein. Der Kaffee hat einen milden Geschmack und ist daher auch für Leute, die normalerweise keinen Kaffee trinken gut bekömmlich.

Kapselmaschine: Ähnlich simpel gestaltet sich die Zubereitung mit Kapselmaschinen. Das Kaffeepulver befindet sich in kleinen Metallkapsel, die lediglich in die Maschine gesteckt werden. Tasse drunter, Knopf drücken und fertig! Großer Nachteil ist allerdings die Menge an Abfall, die dabei entsteht.

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